Erstgespräch

Blogserie „aber“ 4/5: „Danke, aber nein“

Bedienungsfehler im Schlepptau von „aber“

Neben seinen Primärwirkungen begünstigt aber noch das Auftreten einiger anderer sprachlicher Bedienungsfehler und Ungenauigkeiten.

Beispielsweise verleitet es dazu, Du- statt Ich-Botschaften zu senden. „Du trägst aber ein schönes Kleid.“ So erhält ein freundliches Kompliment eine anmaßende Note. Der Sprecher nimmt sich das Recht heraus, etwas mit Allgemeingültigkeit zu beurteilen. Damit stellt er sich unbewusst über sein Gegenüber. Beschreibungen mit bewertenden Anteilen kommen deshalb sinnvollerweise als Ich-Botschaften daher. „Ich finde dein Kleid schön.“

Auch die Negation ist bei aber gerne mit im Gepäck. Sie selbst mag zwar sprachlich korrekt sein. Bei ungünstiger Verwendung vermittelt sie jedoch eine ablehnende Wirkung. „Danke für Ihre Hilfe. Ich brauche sie aber nicht.“ Das aber soll hier das Ablehnen der Hilfe höflich gestalten. Streichen wir es, ist die Wirkung deutlich spürbar. „Danke für Ihre Hilfe. Ich brauche sie nicht.“ So wird klar, wie die Botschaft tatsächlich auf unser Gegenüber wirkt. Eine freundliche Ausdrucksweise ist beispielsweise: „Ich danke Ihnen für Ihre Hilfe, ich schaffe es gut selbst.“

Nun, da Sie bei all dem Wissen über aber vermutlich schon auf gutem Weg zum Sprachexperten sind, lesen Sie im letzten Beitrag der Reihe noch, wie Sie aber wandeln und somit hinter sich lassen können.

 

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