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Wie Sie klar und strukturiert sprechen – Hals- und Satzbruch!

29. April 2022

Aus dem letzten Beitrag wissen Sie, dass wir uns für klares und strukturiertes Sprechen ein Beispiel an Grundschulkindern nehmen sollten. Diese kennen die Regeln gut und wenden sie mit Elan an. Die Realität im Alltag vieler Erwachsener sieht anders aus. Die bewährten Regeln aus der Grundschule kommen kaum noch zum Tragen. Mechthild von Scheurl-Defersdorf unterscheidet beim Erzählen vier häufige, problematische Satzformen[1]:

Bei Girlanden- oder Bandwurmsätzen handelt es sich um viele aneinanderhängende Hauptsätze. Sie haben wenig Struktur und nehmen kein Ende. Die Gedanken sprudeln dem Sprecher heraus, wie sie ihm in den Sinn kommen. Die Sätze sind zwar meistens inhaltlich und grammatikalisch korrekt. Dennoch wirken sie aufgrund der falsch gewählten Satzmelodie destruktiv. Von deren Tücken werden Sie nach der Aufzählung der vier Satzarten erfahren.

„Habe ich zurzeit einen Stress, ich habe vor drei Wochen eine neue Aufgabe übernommen. Sie ist für mich eine große Herausforderung. Ich muss mich mit vielen Partnern abstimmen. Das war zu erwarten. Das Aufgabengebiet ist vollständig neu für mich. Insbesondere organisatorisch und inhaltlich ist das viel für mich.“

Wer so spricht, kommt kaum zum Punkt. Er spricht immer weiter und raubt seinem Gegenüber die Kraft, aufmerksam zuhören zu können. Ein solcher Sprecher hat oft ein ebenso großes Durcheinander in seinem Inneren. Er sammelt beim Sprechen seine Gedanken ein und wird sich ihrer erst im Moment des Aussprechens bewusst.

Satzbrüche sind Sätze, die mitten im Fluss abbrechen und enden oder erst mitten im Satz einsetzen. Häufig begleitet sie abgehacktes Sprechen. Auch Gedankensprünge haben sie regelmäßig mit im Gepäck.

„So ein Stress… habe vor drei Wochen eine neue Aufgabe übernommen… Insbesondere organisatorisch und inhaltlich eine große Herausforderung für mich… War zu erwarten… Zusammenarbeit mit vielen Partnern… Aufgabengebiet ist komplett neu“.

Im nächsten Beitrag lesen Sie mehr zu den Tücken von Schachtelsätzen und Sätzen ohne Subjekt. Bis dahin wünsche ich Ihnen Hals- und Satzbruch, wenn Sie in einem Gespräch mit Satzbrüchen und Girlandensätzen den Durchblick behalten wollen!

 

[1] Vgl. von Scheurl-Defersdorf, Mechthild R.: In der Sprache liegt die Kraft! Klar reden, besser leben, Freiburg: Herder, 2011, S. 164ff.

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