„Das war ein normaler Arbeitstag.“
„Das ist der normale Ablauf.“
„Das ist normales Verhalten.“
Das Adjektiv normal hat zwei aus dem Lateinischen stammende Bedeutungsstränge1:
Norma = „Winkelmaß, Vorschrift, Richtschnur“. Eine Norm gibt eine Regel, einen Richtwert vor.
Normalis = „allgemein üblich, gewöhnlich“. Das Wort beschreibt Vertrautes oder Alltägliches.
Ob mit normal die Gewohnheit oder die Vorschrift gemeint ist, bleibt beim unbedachten Gebrauch unklar. Zwischen diesen beiden Bedeutungen liegen mitunter Welten.
Im Zweifelsfall erhebt normal die persönliche Gewohnheit zur Richtschnur für andere – bildlich gesprochen: Regeln im Straßenverkehr gehen idealerweise in Fahrgewohnheiten über. Andersherum halte ich es für bedenklich.
Tipp: Entdecken Sie das Besondere.
Jeder erlebt den Alltag anders. Verwenden Sie statt normal Wörter mit eindeutiger Ausrichtung. So schaffen Sie Verständigung und vermeiden Verwirrung.
Alternative Formulierungen
„Das war ein typischer / gewöhnlicher Arbeitstag.“
„Das ist der übliche / vertraute / gängige / vorgeschriebene Ablauf.“
„Das Verhalten war sinnvoll / entspricht den allgemeinen Erwartungen / passt zu den gegebenen Umständen.“
Lassen Sie die gesprochene Sprache wie Musik in Ihren Ohren klingen!
1 normal in Pfeifer, Wolfgang et al. Etymologisches Wörterbuch des Deutschen (1993), digitalisierte und von Wolfgang Pfeifer überarbeitete Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache [01.04.2025].
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