Erstgespräch

#60 Formen oder Verpacken?

Wahrhaftigkeit zählt


„Wie verpacke ich diese Nachricht?“

„Wie verpacke ich Kritik freundlich?“

Derlei Fragen tauchen in jedem Seminar Sprache formt Wirklichkeit auf. Dahinter steht Rücksichtnahme, fehlender Mut oder Angst vor Ablehnung. Doch das Bild des Verpackens trennt Innen und Außen. Der Kern der Botschaft scheint heikel und Sprecher wollen ihn sprachlich einhüllen oder verschämt verbergen.

Carl Rogers beschreibt Echtheit bzw. Kongruenz als Übereinstimmung von Denken, Fühlen, Sprechen und Handeln im jeweiligen Augenblick. Sie ist das Fundament gelingender Kommunikation.1 Verpacken widerspricht dieser Haltung. Die äußere Gestalt überdeckt den Inhalt.

Tipp: Zuwendung braucht Echtheit.

Botschaften wollen geformt und nicht verpackt werden. Aufrichtigkeit und Achtung vor dem Gegenüber und uns selbst sind diese Mühe wert. Dabei ist die Ausdruckstiefe vielfältig. Sie reicht von Andeutungen bis zu prägnanten Aussagen.

Lassen Sie die gesprochene Sprache wie Musik in Ihren Ohren klingen!

Lesen Sie dazu auch den Sprachtipp #42 – Superfood: Strukturiert sprechen


1 Vgl. Rogers, Carl R.: Eine Theorie der Psychotherapie, der Persönlichkeit und der zwischenmenschlichen Beziehungen. München 2020, Ernst Reinhardt Verlag..

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