Erstgespräch

#57 Handeln statt müssen

Ich muss – Die Last der Zukunft 


„Morgen muss ich zum Planungsmeeting gehen.“

„Ich muss am Abend noch Herrn Müller anrufen.“

„Ich muss am Freitag die Koffer für den Urlaub packen.“

Die Modalverben in ihren vielen Formen sind aus guten Gründen wiederkehrende Gäste in den Grüßen aus der Sprachküche.1 Wie oft geraten sie im Alltag an die falsche Stelle!

„Ich muss“ holt zukünftige Aufgaben und Handlungen ins Heute. Sie entfalten bereits im Hier und Jetzt ihre Last – als Pflicht oder leise Fremdbestimmung. Zudem bleibt ein großer Spielraum für Übersetzung und Missverständnisse, sowohl beim Zuhörer als auch beim Sprecher. Ist der Anruf bei Herrn Müller ein Anliegen oder eine Pflicht? Steigert das Kofferpacken Vorfreude oder wird sie durch „ich muss“ erstickt?

Tipp: Leben Sie im Augenblick!

Das Futur richtet den Blick nach vorn und räumt der Gegenwart Raum ein. Ersetzen Sie bei in der Zukunft liegenden Aufgaben „ich muss“ durch „ich werde“ – so gehört der Augenblick wieder Ihnen.

Alternative Formulierungen

„Morgen werde ich zum Planungsmeeting gehen.“

„Am Abend werde ich Herrn Müller anrufen.“

„Ich werde am Freitag die Koffer für den Urlaub packen.“

Lassen Sie die gesprochene Sprache wie Musik in Ihren Ohren klingen!


1 Sprachtipps #26 Modalverben, #32 Ich muss jetzt, #37 dürfen, #49 können, #53 Kannst du?

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