Erstgespräch

Nr. 1: „Danke für nichts“

Von Vermischungen und toxischen Nebenwirkungen


„Was habe ich auch anderes von euch erwartet. Danke für nichts.“

„Das habe ich ja mal wieder super hinbekommen. Danke für nichts.“

„Danke für nichts“ höre ich in letzter Zeit oft. Dieser kurze Satz äußert die Enttäuschung des Sprechers. Er würde sich gern für eine vollbrachte Leistung bedanken, doch die ist entweder ausgeblieben oder nicht zufriedenstellend. Es gibt wortwörtlich nichts zu danken. Der Satz funktioniert sowohl konfrontativ gegenüber anderen als auch selbstkritisch, wenn wir hinter unseren Erwartungen zurückbleiben.

Danke für nichts missbraucht Dank für Kritik – und das in einer Form, gegen die sich der andere nicht wehren kann.

Mit diesem garstigen Satz ziehen Sprecher sich selbst und andere herunter. Andere beschuldigen sie, nichts oder nichts Gutes geleistet zu haben. Das wirkt dümmlich und arrogant – eine besonders abstoßende Kombination. Und wer den Satz im Spiegel äußert, wertet sich ab.

Tipp

Ersparen Sie anderen und vor allem sich selbst die kleinen Gemeinheiten des Alltags. Danken Sie, wenn es angebracht ist. Kritisieren Sie, wenn es angebracht ist. Vermischen Sie Dank und Kritik nicht in einem giftigen Satz.

Alternative Formulierungen

„Eure Unterlagen habe ich zu spät bekommen. Bitte stellt sie nächstes Mal rechtzeitig fertig.“

„Ich habe viel Zeit und Arbeit in dieses Projekt gesteckt. Dennoch hat es nicht gereicht. Das nächste Mal werde ich einiges anders machen.“

Lassen Sie die gesprochene Sprache wie Musik in Ihren Ohren klingen.

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